Leonhardi in Kreuth



Leonhardi in Kreuth

Das älteste Zeugnis einer Leonhardifahrt in Kreuth geht auf das Jahr 1442 zurück. Die nächste Aufzeichnung weist auf das Jahr 1469 hin, in der ein Tegernseer Benediktiner in einer Abhandlung über den Volksglauben bemerkt: "Eine Sünde des Aberglaubens ist es, wenn man meine, ein Umritt nütze den Pferden." Der dritte Nachweis ist datiert auf das Jahr 1599, in dem unbekannten Quellen zufolge, der Lederer Lamprecht Reiffenstuel den Paulus Kohlhauf anzeigt, "dass er ihn, vom Leonhardstag in Kreuth heimreitend, wohl bezecht, über und über geritten habe."

Es gibt jedoch keinen Hinweis, dass bis zur Säkularisation ein "Leonhardiritt" mit Pferdesegnung stattgefunden hat. Aus den "Verkündbüchern" der Kreuther Pfarrkirche geht hervor, dass an Leonhardi ein "Kreuzgang" von Egern eintraf und dass zwischen 6 und 10 Uhr feierliche Ämter für die Wackersberger, Lenggrieser, Gaißacher, Kreuther und Wiesseer abgehalten wurden. Bei der Säkularisation 1803 wurden religiöse Umritte jeglicher Art verboten. Erst in der Regierungszeit König Ludwig I. wurde das Verbot 1833 aufgehoben.

Es ist nicht bekannt, wann der Kreuther Leonhardiumritt - nun offiziell - wieder aufgenommen wurde. Ein Holzstich im Sulzbacher Kalender für das Jahr 1864 gibt es den ersten Hinweis auf einen solchen. Mit dem Jahr 1910 kehrte jedoch eine neue Ordnung ein. Durch den Bau der Villa Thielmann entstand nach 1900 ein Sträßlein auf der Höhe von der Pfarrkirche nach Enterfels, somit war erstmals die Möglichkeit einer Umfahrt gegeben.

Jährlich am 6. November (ob werktags oder sonntags) findet die Leonhardifahrt in Kreuth statt.