Kirchen in Bad Wiessee

Maria Himmelfahrt - Kath. Pfarrkirche Bad Wiessee


Himmelfahrtskirche in Bad Wiessee

"Anno1441 hat ein Konventuale des Klosters Tegernsee eine hl. Messe in der St. Quirinus-Kapelle am Ostufer des Sees gelesen. Als er die Kapelle verlassen wollte, sah er vom Westufer des Sees her einen goldenen Streifen ziehen. Er fuhr hinüber und entdeckte auf dem Wasser schwimmendes Erdöl. Dieses kam aus einer Ölquelle, welche in einer supfigen Wiese beim Rohbogner Hof entsprang.

Abt Kaspar Ayndorffer (1426-1461) ließ die ölhaltige Quelle fassen und ein Brunnhaus darüber errichten. Das Kloster versandte bald "Quirinusöl", nach dem Klosterpatron St. Quirinus benannt, in Flascherl verpackt. Hans Georg Asam hat 1690 in der Klosterkirche zu Tegernsee as "Ölwunder" im Bild festgehalten: Ein Benediktiner Mönch verteilt am Brunnhaus zu Wiessee das Quirinusöl in Flascherl an das Heilung suchende Volk.

Seit 1838 wurde mehrmals nach Öl gebohrt. 1904 kam der Holländer Adrian Stoop und bohrte auf eigene Kosten, ohne fündig zu werden. Der Zufall wollte es, daß schließlich 1909 an Stelle von Erdöl die stärkste Jod-Schwefelquelle Deutschlands erschlossen werden konnte, der erste Schritt zum Weltbad war getan. Die Einwohnerzahl wuchs und bald erwachte der Wunsch nach einer eigenen Kirche, mußten doch bisher - mit Ausnahme weniger Jahre, in denen eine Notkirche am Fuß des heutigen Kirchbichls stand - die Wiesseer sonntags wie werktags zur hl. Messe mit dem Boot nach Tegernsee rudern. Ob Taufe, Hochzeit oder Beerdigung, man mußte über den See nach Tegernsee. Wiessee wurde erst 1942 eigene Pfarrei. Noch 1871 wohnten hier nur 351 Seelen.

Am 24. April des Jahres 1904 wurde ein Kirchenbauverein gegründet. Fritz von Miller (Sohn des Erzgießers Ferdinand von Miller d. Ä.) setzte sich besonders für den Kirchenbau ein. Er kaufte den als Bauplatz auserwählten Wasserpointhügel und schenkte ihn dem Kirchenbauverein. Als die Inflation von 1923 den mühevoll angesammelten Kirchenbaufond verschlungen hatte, stand man wieder vor dem Nichts. "Arm wie eine Kirchenmaus, aber frech wie ein Spatz" (Johann Gansler) begannen die Wiesseer unter Expositus Gansler (seit 1924 1. Pfarrer) dennoch im Jahr 1924 mit einer Bargeldsumme von 23,37 Mark den Bau der Kirche. Am 13.4.1925 schon konnte der Grundstein auf dem Kirchbichl, einst Wasserpointhügel genannt, gelegt werden. Der Rohbau wurde noch 1925 errichtet und bereits in der Hl. Nacht desselben Jahres erklangen zum ersten Mal die vier neuen Glocken (c, es, ges, as) aus der Gußstahlglockengießerei in Bochum zur Ehre Gottes über den See. Eine beispielhafte Spendenfreudigkeit ermöglichte schon am 10.10.1926 die Weihe der Kirche durch Kardinal Michael von Faulhaber, wenngleich die Einrichtung nur das Notwendigste aufwies.

Architekt der Kirche war Prof. Rupert von Miller, ein Neffe Oskar von Millers, dem Begründer des Deutschen Museum in München. Der Kirchenbau verwendet zwar Elemente der Gotik und des ausgehenden Jugendstils, ist aber dennoch ein "Kind seiner Zeit".

Durch die exponierte Lage beherrscht die Wiesseer Pfarrkirche das Westufer des Sees. Ihr Baukörper (60 m hoher Turm, sowie das steile Satteldach) ist den gotischen Kirchenbauten wohltuend nachempfunden und fügt sich ausgezeichnet in die heimische Bergwelt.

Den Platz vor der Kirche schmückt eine den Gefallenen der beiden Weltkriege gewidmete Kriegerglocke. Sie wird heute jeden Sonntag während des Pfarrgottesdienstes zum Gedenken der Gefallenen sowie beim Begräbnis eines Kriegsteilnehmers geläutet. Die Bronce-Glocke ist eine Stiftung der Familie von Miller.

Seit 1940 breitet sich der Wiesseer Friedhof vom Westportal der Kirche zum Hang hin. Hier ruhen die Menschen, die Wiessees Anfänge erlebt und die Grundlagen für seine Entwicklung zum Weltbad geschaffen haben (in Klammern die Todesjahre):
PfarrerJohann Nepumuk Gansler (1969)
Prof. Rupert von Miller (1951)
Bürgermeister Leonhard Sanktjohanser (1952)
André Driessen (1956)
Geheimrat Dr. Heinrich Zenker, Leiter der "Augenklinik Herzog Carl Theodor" (1952)
Dr. August Ganghofer, ein Sohn Ludwig Ganghofers (1968) seine Frau (1967) und sein Sohn (1971)
Walter Furtwängler (1967)
Kammersängerin Berta Morena (1952) und noch viele Andere.


Katholische St. Antoniuskirche in Bad Wiessee-Nord

Himmelfahrtskirche in Bad Wiessee

Die Kirche hat den hl. Antonius von Padua zum Patron. Dieser wurde 1195 in Lissabon / Portugal geboren, trat 1220 in den Franziskanerorden ein und wirkte sehr erfolgreich als Prediger. Am 13. Juni 1231 starb er in Arcella bei Padua. Seine Gebeine ruhen in der Basilika von Padua. Antonius wird mit dem Jesuskind auf dem Arm dargestellt. In der Kirche steht sein Bild - geschnitzt von Franz Trinkl Bad Wiessee - im rückwertigen Teil der Kirche. Sein Fest wird am 13. Juni begangen.

Die Entwicklung Bad Wiessees zu einem vielbesuchten Jod- und Schwefelbad machte es notwendig, im Norden des Kurortes eine zweite katholische Kirche zu errichten. Diese konnte am 19. April 1959 von Josef Kardinal Wendel geweiht werden. Architekten waren Richard Berchtold, München und Walter Ehm, Germering bei München.

Eine Säulenreihe gliedert die Kirche in ein Haupt- und ein Seitenschiff. Ursprünglich nur als "Sommerkirche" für die Kurgäste gedacht, wird sie heute dank ihrer günstigen Lage mehr als die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt besucht, sowohl zum Gottesdienst wie auch zum stillen Gebet.

Eine umfassende Renovierung im Jahr 1980 hat der St. Antoniuskirche einen neuen, ansprechenden Charakter gegeben. Die Holzverkleidung gibt dem Raum Wärme. Der Bildhauerin, Frau Christine Stadler aus München gelang es ausgezeichnet, durch das stilvolle Zusammenspiel von Altar, Tabernakelsäule, Ambo, Kreuzweg und Apostelleuchter einen einladenden Gottesdienstraum zu schaffen.


Evangelische Friedenskirche Bad Wiessee


Friedenskirche